Der unendliche Fluch
Ein junger Mann kam einmal, nachdem er tagelang in der Wüste herumgeirrt war, in ein kleines Dorf in einer Oase. Er war von einer Bande Räuber überfallen worden und obwohl er ein guter Kämpfer war, hatte er sein Hab und Gut nicht gegen sie verteidigen können.
In dem Dorf gab man ihm Wasser und Nahrung. Man erzählte ihm aber auch, dass in einer nahe gelegenen Höhle ein Ungeheuer lebte, dass durch einen Fluch an dieses Stückchen Erde gebunden war und dessen Opfer immer wieder Dorfbewohner seien.
Um sich erkenntlich zu zeigen und weil er auf seine Schwertkünste vertraute, beschloss der junge Krieger das Monster von dieser Welt zu tilgen. Da er sein Schwert gegen die Räuber verloren hatte, gab man ihm ein neues. Schwarz wie die Nacht, aus geschmolzenem Wüstensand geschmiedet, mit dem Blut Tausender benetzt.
Derart gerüstet begab er sich des Nachts über die noch heiße Erde zu der Höhle, die ihm gewiesen worden war. Sie war nicht aus Sand, sondern aus großen dunklen Felsen. Es verwunderte ihn sehr, als er hinter einer großen, dunklen Öffnung eine Treppe fand, die tief in den Fels hinabzuführen schien. Er stieg die groben Stufen hinunter. Das wenige Mondlicht versiegte schon nach der ersten Biegung, doch aus den Tiefen drang ein Feuerschein, der den Weg erhellte.
Als der Krieger das Ende der Treppe erreicht hatte, stand er in einem Raum, dessen Größe kaum zu erkennen war, da die Wände in der Dunkelheit verborgen waren. Nur eine einzige Fackel erhellte den Raum. Misstrauisch bewegte sich er sich auf sie zu, doch auf halber Strecke ließ ihn ein Geräusch zusammenschrecken. Mit gezogenem Schwert schnellte er herum und hielt inne.
Vor ihm stand eine Frau. Haut so weiß wie der Mond, Augen so blau wie der Himmel und Haare so gleißend wie das Sonnenlicht. Sie näherte sich ihm mit langsamen, bedächtigen Schritten, mit einem Lächeln.
Er erkannte seinen Fehler erst, als sie direkt vor ihm stand und ihre Lippen leicht öffnete.
Menschen können sich nicht wehren, wenn sie den Blutkuss empfangen. Mit dem ersten Schluck des warmen Lebenssaftes aus den Adern sind sie wie gelähmt. Vielleicht ist die Gier des anderen Geschöpfes auch zu groß, um eine Wehr möglich zu machen.
Was bleibt ist ein schlaffer Körper, der in sich zusammensinkt.
Die Vampirin ließ ihn fallen. Mit einer gezierten Geste wischte sie sich einen Bluttropfen aus dem Mundwinkel. Sie spürte wie der Fluch aus ihr wich. Sie war nicht länger an diesen Ort gebunden. Nur er, der Einzige, der den Mut aufbrachte aus freiem Willen, ihr Versteck zu betreten, hatte sie von ihrem Bann befreien können.
In einem sentimentalen Anflug drehte sie den Toten auf den Rücken. Das federleichte Wesen kniete sich auf seine Brust und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. Ihre Hände glitten über die ebenmäßigen Züge, die eingefallenen Wangen, die hohe Stirn, die schmale Nase.
Sie schüttelte ein wenig den Kopf über so viel Unglück. Er würde viele Nächte hier verbringen. Er würde ihre Pein erleben müssen, die sie so lange gefühlt hatte.
Dann schlich sie auf leisen Sohlen in die Nacht hinaus. Die Luft war schwül und schwer. Sie würde selbst so ein federleichtes Wesen wie sie nicht tragen können, aber das störte sie nicht in ihrer Stimmung. Sie würde eben gehen.
Nach Hause. Ihre Schritte hinterließen keine Spuren im warmen Sand.
In dem Dorf gab man ihm Wasser und Nahrung. Man erzählte ihm aber auch, dass in einer nahe gelegenen Höhle ein Ungeheuer lebte, dass durch einen Fluch an dieses Stückchen Erde gebunden war und dessen Opfer immer wieder Dorfbewohner seien.
Um sich erkenntlich zu zeigen und weil er auf seine Schwertkünste vertraute, beschloss der junge Krieger das Monster von dieser Welt zu tilgen. Da er sein Schwert gegen die Räuber verloren hatte, gab man ihm ein neues. Schwarz wie die Nacht, aus geschmolzenem Wüstensand geschmiedet, mit dem Blut Tausender benetzt.
Derart gerüstet begab er sich des Nachts über die noch heiße Erde zu der Höhle, die ihm gewiesen worden war. Sie war nicht aus Sand, sondern aus großen dunklen Felsen. Es verwunderte ihn sehr, als er hinter einer großen, dunklen Öffnung eine Treppe fand, die tief in den Fels hinabzuführen schien. Er stieg die groben Stufen hinunter. Das wenige Mondlicht versiegte schon nach der ersten Biegung, doch aus den Tiefen drang ein Feuerschein, der den Weg erhellte.
Als der Krieger das Ende der Treppe erreicht hatte, stand er in einem Raum, dessen Größe kaum zu erkennen war, da die Wände in der Dunkelheit verborgen waren. Nur eine einzige Fackel erhellte den Raum. Misstrauisch bewegte sich er sich auf sie zu, doch auf halber Strecke ließ ihn ein Geräusch zusammenschrecken. Mit gezogenem Schwert schnellte er herum und hielt inne.
Vor ihm stand eine Frau. Haut so weiß wie der Mond, Augen so blau wie der Himmel und Haare so gleißend wie das Sonnenlicht. Sie näherte sich ihm mit langsamen, bedächtigen Schritten, mit einem Lächeln.
Er erkannte seinen Fehler erst, als sie direkt vor ihm stand und ihre Lippen leicht öffnete.
Menschen können sich nicht wehren, wenn sie den Blutkuss empfangen. Mit dem ersten Schluck des warmen Lebenssaftes aus den Adern sind sie wie gelähmt. Vielleicht ist die Gier des anderen Geschöpfes auch zu groß, um eine Wehr möglich zu machen.
Was bleibt ist ein schlaffer Körper, der in sich zusammensinkt.
Die Vampirin ließ ihn fallen. Mit einer gezierten Geste wischte sie sich einen Bluttropfen aus dem Mundwinkel. Sie spürte wie der Fluch aus ihr wich. Sie war nicht länger an diesen Ort gebunden. Nur er, der Einzige, der den Mut aufbrachte aus freiem Willen, ihr Versteck zu betreten, hatte sie von ihrem Bann befreien können.
In einem sentimentalen Anflug drehte sie den Toten auf den Rücken. Das federleichte Wesen kniete sich auf seine Brust und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. Ihre Hände glitten über die ebenmäßigen Züge, die eingefallenen Wangen, die hohe Stirn, die schmale Nase.
Sie schüttelte ein wenig den Kopf über so viel Unglück. Er würde viele Nächte hier verbringen. Er würde ihre Pein erleben müssen, die sie so lange gefühlt hatte.
Dann schlich sie auf leisen Sohlen in die Nacht hinaus. Die Luft war schwül und schwer. Sie würde selbst so ein federleichtes Wesen wie sie nicht tragen können, aber das störte sie nicht in ihrer Stimmung. Sie würde eben gehen.
Nach Hause. Ihre Schritte hinterließen keine Spuren im warmen Sand.
anschi - 3. Jan, 17:25





